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Corona und Tourismus

Doch wegen Ausbruch von Covid 19 mussten sämtliche touristische Dienstleistungen eingestellt werden, vom Passagiertransport bis zur Unterkunft, dem gastronomischen und dem Unterhaltungs- und Freizeitangebot.

Mehr als 75 Millionen Arbeitsplätze gerieten in der Reiseindustrie in Gefahr. Der Schaden, den die Pandemie der Tourismusindustrie zugefügt hat, wird auf 2,1 Trillionen Dollar eingeschätzt. Die UNCTAD, Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung, warnte, dass der Schadensbetrag sogar auf 2,2 Trillionen Dollar ansteigen könnte.  Zu den Ländern, deren Bruttonationalprodukt zu einem großen Teil vom Tourismus abhängt und die großen Schaden davon trugen, zählen zum Beispiel Mexiko, Spanien, Italien und Australien.  Aber auch Deutschland, England, Frankreich, Brasilien, Japan, Indien,  Canada, Russland und Südkorea sind verhältnismäßig stark von dieser Industrie abhängig und haben daher durch die Reisebeschränkungen größere Verluste hinnehmen müssen.

Nun, da ein Teil der Weltbevölkerung gegen Corona geimpft wurde, versuchen einige Staaten die Tourismusindustrie wieder anzukurbeln. Länder wie Britannien, Neuseeland, Australien, Estland und Litauen haben ihre internationalen Reisebeschränkungen für Touristen aus einer kleinen  Anzahl anderer Staaten aufgehoben.  Aber das Interesse an Reisen ist allgemein wegen Covid 19 zurückgegangen. Darum haben die Länder, die auf dem Tourismussektor Schaden erlitten haben, verschiedene Maßnahmen ergriffen.

Usbekistan zum Beispiel verspricht ausländischen Touristen, dass es  bei Ansteckung mit Covid 19 pro Person 3000 Dollar für die medizinische Behandlung und die Rückkehr in ihre Heimat zur Verfügung stellt.

Das süditalienische Sizilien stellt in Aussicht, für den halben  Flugpreis nach Italien und ein Drittel der Hotelkosten aufzukommen, und bietet für die Besichtigung von Museen und historischen Plätzen Freikarten an.

Aber Japan regt  mit einer Kampagne unter dem Leitspruch: Geh auf Reisen, nur zu Inlandsreisen an. Die Regierung übernimmt dabei bis zur Hälfte  die Reisekosten – darunter die Unkosten für Anreise, Unterkunft, Besichtigung von Sehenswürdigkeiten und Einkäufe.

Zypern, im Mittelmeer, verkündete, um den Reiseverkehr wieder zu beleben, sämtliche Kosten für Unterkunft, Essen und Trinken und medizinische Behandlung aller Touristen, die ins Land kommen, zu übernehmen. Die Reisenden müssen jedoch vor Betreten der Insel einen Corona-Test machen.  Für Reisende, die sich auf Zypern mit Covid 19 infizieren, hat die Regierung ein 100- Betten- Krankenhaus vorgesehen, wo sie umsonst behandelt werden.

Im Iran herrschen weiterhin Reiseeinschränkungen und in der Tourismusindustrie wartet man auf die Entscheidungen des Nationalstabes zur Bekämpfung von Corona. Die Tourismusindustrie im Iran hat sehr unter der Epidemie gelitten und Schäden in Höhe von mehreren Milliarden Dollar zu verzeichnen gehabt. Die Unternehmer in dieser Industrie planen zurzeit für die Übergangsphase und die Zeit nach der Corona-Krise.

Die Reiselust der Touristen hat in Folge des Einflusses auf Wirtschaft, Gesellschaft und Seele und allgemeine   Veränderungen durch die Pandemie, eine  andere Gestalt angenommen. So werden häufiger nahe Reiseziele und weniger kostspielige Reisen bevorzugt, dies weniger mit Reisetouren und vielen Mitreisenden, sondern lieber mit dem eigenen Fahrzeug. Außerdem bevorzugen Reisende Essen zu sich zu nehmen, das sie selber zubereitet haben.

In der Zeit nach Corona werden die Reisen gezielter gewählt und aufgrund näherer Studien oder besserer Beratung über das Reiseziel ausgesucht werden. Reiselustige werden nach Corona sich nicht nur nach den Sehenswürdigkeiten am Reiseziel erkundigen, sondern auch hinterfragen, wie sehr Corona in diesem Land während der Pandemie verbreitet war, ob der Virus noch vorhanden ist, wie das Gesundheitswesen in diesem Lande ausschaut und wie die letzten Statistiken über Corona-Erkrankte aussehen. Sie werden sogar die Diagramme über die Erkrankungswellen in dem betreffenden Gebiet studieren, und dann erst für eine Reise in ein bestimmtes Gebiet planen. Die Tourismusindustrie wird nach Abklingen der Pandemie Kunden begegnen, die empfindlicher und wachsamer geworden sind. Die Experten im Tourismusbranche sehen voraus, dass Touristen entweder kurze Reise in die nahe Umgebung und Reisen in die Natur wählen und falls sie nur wenige Tage verreisen wollen, die ländlichen Gegenden besuchen möchten. Denn sie werden das Gefühl haben, dass sie in einem ländlichen Gebiet weniger Gefahr laufen, sich anzustecken als in den belebten Metropolen. Also sei zu erwarten, dass die Nachfrage  nach dem  Dorftourismus und Naturtourismus ansteigt und nach Corona einen Höhepunkt erreicht.    

Reisen in der Corona-Zeit

 

Während der Pandemie haben Kunst- und Kulturzentren und insbesondere die Museen Probleme gehabt und sie haben versucht, auf neuen Wegen ihre Dienstleistungen anzubieten. Die Museen haben sich teilweise den neuen Umständen durch Corona angepasst. Einige von ihnen haben wieder geöffnet und ein entsprechendes Gesundheitsprotokoll eingehalten und andere haben im virtuellen Raum Besichtigungstouren veranstaltet.

Die UNESCO – Die UN-Organisation für Lehre, Wissenschaft und Kultur – gab jedoch bekannt, dass wegen der Hindernisse für eine Wiedereröffnung der Museen auf der Welt, eine schwierige Situation entstanden ist und voraussichtlich 10 Prozent aller Museen niemals ihre Türen erneut öffnen können. ICOM, der internationale Museumsrat der UNESCO, hat eine Untersuchung von fast 1600 Museen in 107 Staaten durchgeführt, die zeigt,  dass fast alle Museen auf der Welt wegen Corona schließen mussten.  Laut diesem Bericht befürchten Privatmuseen ihren Bankrott in den kommenden Monaten und ein Viertel der Museen befürchtet, dass sie bis ans Ende der Corona-Bedingungen geschlossen bleiben. Ernesto Ottone Ramirez, stellvertretender Generaldirektor für Kultur bei der UNESCO,  sagt hierüber:

„Viele wichtige Einrichtungen auf der Welt wie das Prado Museum in Madrid, haben mehr als 70 Prozent  ihres Einkommens aus dem Verkauf  von Eintrittskarten an Touristen bezogen. Die mehrmonatigen Schließungen wegen Corona, haben die finanzielle Lage vieler Museen auf Jahre hinaus unvorhersehbar werden lassen.“ Ottone Ramirez sagt, gestützt auf die Berichte der ICOM in Bezug auf afrikanische Länder, um die Fortschritte der letzten 20 Jahre wieder herzustellen, sei eine lange Zeit notwendig und es werde für viele Entwicklungsländer noch länger dauern. In einigen Ländern wie auf den Philippinen, in Indonesien, Montenegro und Irak seien mehrere neue Museumsprojekte eingestellt worden.

 n dem Bericht des  internationalen Museumsrats wurden die Stellungnahmen von 1600 Museen und deren Sachverständigen in 107 Staaten zusammengestellt und analysiert. Die Maßnahmen dieser Museen gegenüber der Pandemie wurden dargestellt und es wurden Vorschläge für die Zeit nach der Krise unterbreitet. Der Bericht hebt hervor, dass die Museen Ausdauer gegenüber der entstanden Problematik zeigen müssen, damit sie den Zugang der Allgemeinheit  zur Kultur fortsetzen können. Die Hälfte der Befragten erklärten, dass ihr Museum bereits vor Corona in den sozialen Medien vertreten war oder on-line seine Kollektionen mit Anwendern geteilt habe.  Die digitalen Kommunikationstätigkeiten oder Aktivitäten in den sozialen Medien  haben jedoch gemäß Umfrageergebnisse nur bei 15 Prozent der Museen einen Zuwachs zu verzeichnen gehabt.

In dem Bericht wurde unterstrichen, dass die meisten Museumsexperten während der Quarantänezeit von zuhause aus arbeiteten. Eine besondere Besorgnis über die Berufssituation besteht laut Bericht bei den Museumsleitern.  16,1 Prozent derjenigen, die dem internationalen Museumsrat antworteten, gaben an, dass sie vorläufig entlassen  wurden und 22.6 erklärten, dass ihr Vertrag nicht verlängert wurde. Mehr als die Hälfte der Museumsleiter gestanden ein,  dass sie wegen der Krise gezwungen sind, die Gehaltszahlung ihres Personals zu suspendieren. 

ICOM hat am Ende des Berichtes in Vertretung der internationalen Museumsgesellschaft die Politiker aufgefordert den Museen finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen, damit sie die Krise heil überstehen und ihren wichtigen Beitrag zur Kultur fortsetzen können.

Außerdem wurde unterstrichen, dass die Verbesserung der Wirtschaftsbedingungen auf der Welt und die Erholung der Gesellschaft nach der Corona-Krise ein langer Prozess sein wird. Es hieß, dass die Museen als wichtigste Akteure bei der örtlichen Kulturentfaltung und als unvergleichliche  Besichtigungs- und Lernstätten für die  Bevölkerung eine wichtige Rolle in der Zeit nach Corona bei dem wirtschaftlichen Wiederaufbau und  der Beseitigung der Schäden, von denen die  Gesellschaftsstrukturen betroffen wurden, übernehmen.

Zum Schluss taucht natürlich folgende Frage auf:

 Wird sich das Vorgehen der Museen während der Krise auf ihre zukünftige Leistung nach Corona auswirken und werden Museen die ehemalige  Anziehungskraft wiedererlangen?  Das wird sich mit der Zeit noch herausstellen und ist  abzuwarten.

Bericht: pars today


14:55 - 14/07/2021    /    Nummer : 771337    /    Anzahl Zahl : 109